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E-Commerce-SEO: So ranken Kategorie- und Produktseiten

Das Wichtigste in Kürze

  • In den meisten Shops haben Kategorieseiten das größte organische Potenzial, weil sie zu breiten kommerziellen Suchanfragen passen. Behandeln Sie sie als Landingpages, nicht nur als Produktraster.
  • Eine flache, logische Architektur mit starken internen Links hilft Google, Ihre wichtigen Seiten zu finden und zu ranken.
  • Die Facettennavigation ist das größte technische Risiko im E-Commerce. Legen Sie fest, welche Filterkombinationen indexierbare Seiten verdienen, und halten Sie den Rest aus dem Crawling heraus.
  • Einzigartige Produktinhalte und korrekte strukturierte Daten vom Typ Product machen Produktseiten berechtigt für Rich Results und helfen ihnen, sich abzuheben.

Wie sich E-Commerce-SEO von anderem SEO unterscheidet

Bei E-Commerce-SEO geht es darum, dass Kategorie- und Produktseiten für Suchanfragen mit Kaufabsicht ranken. Die Prinzipien sind dieselben wie bei jeder anderen Website, aber die Größenordnung verändert alles: Tausende URLs, Produkte, die kommen und gehen, und Filter, die Millionen fast identischer Seiten erzeugen können.

Deshalb entstehen die meisten Erfolge durch Templates und Regeln, nicht durch die Bearbeitung einzelner Seiten. Verbessern Sie das Kategorie-Template, und 300 Seiten profitieren auf einmal. Machen Sie bei der Facettennavigation Fehler, verschwenden Sie Googles Crawling auf URLs, nach denen niemand je suchen wird.

Meiner Erfahrung nach unterschätzen Shopbetreiber Kategorieseiten und überschätzen Produktseiten. Wer nach „Trailrunning-Schuhe Damen“ sucht, möchte eine Auswahl sehen, keinen einzelnen Schuh. Deshalb sollte meist die Kategorieseite ranken.

Eine Seitenarchitektur, die beim Ranking hilft

Eine gute Shop-Architektur ist flach, logisch und bildet ab, wie Kunden suchen. Wichtige Kategorien sollten mit wenigen Klicks von der Startseite erreichbar sein, und jedes Produkt sollte in mindestens einer crawlbaren Kategorie liegen.

Kategorien auf Basis der Keyword-Recherche aufbauen

Ihr Kategoriebaum sollte die tatsächliche Suchnachfrage widerspiegeln, nicht nur Ihre Lagerlogik. Wenn nach „Stehschreibtische“ und „elektrische Stehschreibtische“ in nennenswertem Umfang gesucht wird, verdienen beide eine eigene Kategorie oder Unterkategorie. Sucht niemand nach einem Kategorienamen, den Sie intern erfunden haben, benennen Sie ihn um. Unser Leitfaden zur Keyword-Recherche zeigt, wie Sie Suchanfragen den richtigen Seiten zuordnen.

URLs sauber und stabil halten

  • Verwenden Sie kurze, lesbare Kategorie-URLs wie /running-shoes/trail/.
  • Entscheiden Sie, ob Produkt-URLs den Kategoriepfad enthalten. Kürzere Produkt-URLs wie /product-name/ vermeiden Duplikate, wenn ein Produkt in mehreren Kategorien liegt.
  • Ändern Sie URLs nicht, wenn Sie Menüs umbauen. Jede Änderung braucht eine 301-Weiterleitung und setzt einen Teil der Signale zurück.

Interne Links gezielt einsetzen

Hauptnavigation, Breadcrumbs, Links zwischen verwandten Kategorien und Links aus Blogbeiträgen zu Kategorien übertragen allesamt Relevanz. Breadcrumbs sind besonders nützlich: Sie helfen Nutzern, schaffen einheitliche interne Links nach oben in der Hierarchie und lassen sich mit strukturierten Daten vom Typ BreadcrumbList auszeichnen.

Kategorieseiten optimieren

Eine Kategorieseite rankt, wenn sie klar zur Suchanfrage passt, eine gute Auswahl zeigt und Google genug Text liefert, um sie zu verstehen. Ein Raster mit 24 Produkten ohne Überschriften und Text verliert oft gegen einen Wettbewerber, der etwas Kontext ergänzt.

  • Title und H1 rund um die Hauptsuchanfrage, zum Beispiel „Trailrunning-Schuhe für Damen“.
  • Eine kurze Einleitung von zwei oder drei Sätzen über den Produkten, geschrieben für Menschen und nicht mit Keywords vollgestopft.
  • Hilfreicher Text unter dem Raster, etwa Kaufberatung, Hinweise zu Größen oder Antworten auf häufige Fragen.
  • Links zu Unterkategorien und zu relevanten gefilterten Seiten, die indexiert werden sollen.
  • Crawlbare Paginierung mit normalen <a href>-Links, damit Google Produkte ab Seite 2 erreicht. Google nutzt rel="prev" und rel="next" nicht mehr als Indexierungssignal. Stellen Sie also sicher, dass jede paginierte Seite erreichbar ist und auf sich selbst kanonisiert.

Kanonisieren Sie die Seiten 2, 3 und 4 nicht auf Seite 1. Diese Seiten enthalten andere Produkte, und wenn alle auf Seite 1 verweisen, findet Google Produkte weiter hinten in der Liste womöglich nicht mehr.

Facettennavigation ohne Crawling-Probleme

Die Facettennavigation ist das System aus Filtern für Größe, Farbe, Marke, Preis und so weiter. Für Nutzer ist sie großartig, für SEO gefährlich: Jede Kombination kann eine neue URL erzeugen, und Google kann viel Crawling auf Seiten verwenden, die keinen Mehrwert bieten.

Die Lösung besteht darin, festzulegen, welche Facettenseiten indexiert werden sollen, und den Rest einheitlich zu behandeln.

FacettentypBeispielTypische Behandlung
Facette mit klarer Suchnachfrage/running-shoes/trail/nike/Indexierbare statische URL, eigener Title, H1 und Einleitung, intern verlinkt
Facette ohne Suchnachfrage?colour=grey&size=43Aus dem Crawling (robots.txt) oder aus dem Index heraushalten
Sortier- und Ansichtsoptionen?sort=price_ascIn der robots.txt blockieren oder in einem URL-Fragment führen
Mehrere kombinierte Filter?brand=a&brand=b&colour=redMeist nicht indexierbar, begrenzen Sie, wie viele Kombinationen gecrawlt werden können

Googles Dokumentation zur Facettennavigation nennt einige praktische Optionen: Facetten-URLs, die Sie in der Suche nicht brauchen, per robots.txt blockieren, URL-Fragmente für Filter verwenden, die nie gecrawlt werden sollen, Reihenfolge und Benennung der Parameter einheitlich halten und für Filterkombinationen ohne Ergebnisse den Statuscode 404 zurückgeben. Canonical-Tags helfen, Signale zu bündeln, verhindern meiner Erfahrung nach aber nicht, dass Google die URLs crawlt. Für große Kataloge reichen sie allein daher nicht aus.

Prüfen Sie Server-Logs oder den Bericht „Crawling-Statistiken“ in der Search Console, um zu sehen, wo der Googlebot tatsächlich seine Zeit verbringt. Gehen die meisten Anfragen an Parameter-URLs, ist das ein klares Zeichen, die Regeln zu verschärfen. Unsere Checkliste für technisches SEO behandelt robots.txt und Canonicals ausführlicher.

Produktseiten: Inhalte und Duplikate

Produktseiten ranken für spezifische Suchanfragen wie Modellnamen, und dafür brauchen sie einzigartige, nützliche Inhalte. Wer die Herstellerbeschreibung übernimmt, steht auf einer Stufe mit jedem anderen Händler, der den Artikel verkauft.

Was eine starke Produktseite enthält

  • Eine eigene Beschreibung, die erklärt, für wen das Produkt gedacht ist und wie es sich von ähnlichen Artikeln unterscheidet.
  • Klare technische Daten als Text, nicht nur in Bildern.
  • Mehrere gute Bilder mit aussagekräftigen Dateinamen und Alt-Texten.
  • Preis, Verfügbarkeit, Versand- und Rückgabeinformationen sichtbar auf der Seite.
  • Echte Kundenbewertungen und Fragen, die mit der Zeit frische, konkrete Inhalte liefern.

Bei Tausenden Produkten können Sie nicht alles auf einmal neu schreiben. Beginnen Sie mit Bestsellern und Produkten mit Suchnachfrage und verbessern Sie für den Rest die Templates.

Umgang mit Duplicate Content

Die häufigsten Duplikatprobleme in Shops sind Produkte, die über mehrere Kategoriepfade erreichbar sind, Varianten mit eigenen URLs sowie Tracking- oder Session-Parameter. Legen Sie für jedes Produkt eine kanonische URL fest und verlinken Sie sie einheitlich. Varianten wie Farbe oder Größe führen Sie entweder auf einer URL mit Auswahlfeld oder geben jeder Variante nur dann eine eigene URL, wenn gezielt nach ihr gesucht wird.

Bei vorübergehend nicht verfügbaren Produkten lassen Sie die Seite online und zeigen die Verfügbarkeit an. Produkte, die dauerhaft aus dem Sortiment fallen, leiten Sie auf den nächstliegenden Ersatz oder die übergeordnete Kategorie weiter, wenn es eine passende Entsprechung gibt. Andernfalls geben Sie 404 oder 410 zurück.

Strukturierte Daten für Produkte

Strukturierte Daten vom Typ Product helfen Google, Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen zu verstehen, und machen Ihre Seiten berechtigt für Rich Results in der Suche und in Shopping-Bereichen. Sie sind an sich kein Rankingfaktor, können Ihr Suchergebnis aber sichtbarer und klickstärker machen.

  • Product mit Offer-Markup für Name, Bild, Preis, Währung und Verfügbarkeit.
  • AggregateRating und Review, wenn Sie echte Bewertungen auf der Seite zeigen.
  • Angaben zu Versand und Rückgabe, die Google für Händlereinträge unterstützt.
  • BreadcrumbList auf Kategorie- und Produktseiten.
  • Organization auf der Startseite.

Das Markup muss dem entsprechen, was Nutzer auf der Seite sehen. Testen Sie es mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google, beobachten Sie die entsprechenden Berichte in der Search Console und ziehen Sie einen Feed im Google Merchant Center in Betracht, mit dem Produkte in kostenlosen Einträgen bei Google erscheinen können.

Wo Sie anfangen sollten

Beginnen Sie mit Ihren Kategorieseiten und Ihrem Crawling, denn dort haben die meisten Shops die größte Lücke. Verbessern Sie danach die Produktinhalte in der Reihenfolge ihres kommerziellen Werts.

  1. Ordnen Sie Ihre wichtigsten Keywords Kategorien zu und schließen Sie die Lücken in Ihrem Kategoriebaum.
  2. Ergänzen Sie Titles, H1-Überschriften und kurze Texte für Ihre wichtigsten Kategorien.
  3. Prüfen Sie die Facettennavigation und legen Sie fest, welche Filterseiten indexierbar sind.
  4. Beheben Sie Canonical- und Duplikatprobleme bei Produkten und Varianten.
  5. Ergänzen oder korrigieren Sie strukturierte Daten vom Typ Product und binden Sie einen Merchant-Center-Feed an.

Wenn Sie einen Blick von außen möchten, wo Ihr Shop Traffic verliert: Unser E-Commerce-SEO-Service beginnt genau mit dieser Art von Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Sollten Kategorieseiten Text enthalten?

Ja, eine kurze Einleitung und etwas hilfreicher Text unter den Produkten helfen Google, die Seite zu verstehen, und Nutzern bei der Auswahl. Halten Sie den Text nützlich und vermeiden Sie Keyword-Stuffing.

Sollten Filterseiten indexiert werden?

Nur diejenigen, die einer echten Suchnachfrage entsprechen, etwa Marke oder Typ innerhalb einer Kategorie. Die meisten Filterkombinationen, Sortieroptionen und Mehrfachfilter sollten aus dem Crawling oder dem Index herausgehalten werden.

Darf ich Produktbeschreibungen des Herstellers verwenden?

Das dürfen Sie, aber sie geben Google keinen Grund, Ihre Seite anderen Händlern mit demselben Text vorzuziehen. Schreiben Sie die Beschreibungen Ihrer wichtigsten Produkte zuerst neu.

Was mache ich mit Produkten, die aus dem Sortiment genommen wurden?

Leiten Sie sie auf einen nahen Ersatz oder die übergeordnete Kategorie weiter, wenn es eine passende Entsprechung gibt. Gibt es keine, geben Sie 404 oder 410 zurück.

Adam Piątek · Head of SEO, SEO Agency Poland

Adam Piątek leitet den SEO-Bereich bei SEO Agency Poland. Er arbeitet seit 12 Jahren in der Suchmaschinenoptimierung, an technischem SEO, Content und Linkbuilding für Unternehmen, die in den USA, in Großbritannien und europaweit verkaufen, und ist an jedem Kundenprojekt beteiligt.